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Kein Aktionismus: Waldexperten fordern Abkehr vom industriellen Wald

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Berlin - Angesichts der politischen Forderungen nach Millionen an Steuermitteln für die Wiederaufforstung der Wälder fordert eine Gruppe von Waldexperten, Forstpraktikern, Waldbesitzern und Verbändevertretern in einem offenen Brief an Bundesministerin Klöckner eine Abkehr von der konventionellen Forstwirtschaft.

Die Gruppe fordert die staatliche Forstwirtschaft auf, anstelle teurem Aktionismus eine sachkundige Fehleranalyse des eigenen Wirkens vorzunehmen und dabei alle Akteure mit einzubeziehen. Umgesetzt werden müsste eine konsequente Abkehr von der Plantagenwirtschaft und hin zu einem Management, das den Wald als Ökosystem und nicht mehr länger als Holzfabrik behandelt.

Der Waldökologe und Naturschutzwissenschaftler Prof. Pierre Ibisch sagt: „Die derzeitige Waldkrise in Deutschland ist nicht allein eine Folge des Klimawandels - auch die Art der Waldbewirtschaftung trägt eine erhebliche Mitverantwortung. Es gibt zu viele struktur- und artenarme Wälder, die durch zu viele Wege zerschnitten wurden. Waldböden werden zu intensiv befahren, und vielerorts ist das Waldinnenklima durch Auflichtung und zu starke Holzentnahme geschädigt“. Kritisiert wird zudem der Plan, die aktuellen Waldschäden aktionistisch durch rasche Beräumung geschädigter Bäume und Aufforstung anzugehen.

Die von allen Bürgerinnen und Bürgern über ihre Steuern zu bezahlenden Hilfen für die Waldbesitzenden seien nur dann gerechtfertigt wenn sie genutzt würden, einen zukunftsfähigen Wald aufzubauen. Definitiv sei geboten Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten und zu vermeiden.

© IWR, 2019

12.08.2019