Frankreich muss Stromnetz für Meeresenergie ausbauen
Erste Pilotprojekte werden bereits umgesetzt
Besonders hoch ist es vor der Halbinsel Cotentin und im Norden der Bretagne, dort, wo die Gezeitenwellen durch die Beschaffenheit der Küste (Meerengen, Landzungen) verstärkt werden: in erster Linie zu nennen wäre der stärkste Gezeitenstrom Europas, der Raz Blanchard, die etwas schwächere Strömung, der Raz Barfleur, und die Passage de Fromveur in der Nähe der Ouessant-Insel. In Frankreich laufen bereits erste Pilotprojekte in der Nähe von Paimpol und vor der Insel Bréhat (Côtes d'Armor). Darüber hinaus sind derzeit verschiedene Arten von Energieparks im Meer geplant, die in der Studie berücksichtigt wurden: experimentelle Energieparks mit geringer Produktivität, vorkommerzielle größere Energieparks und schließlich kommerzielle Energieparks mit hoher Leistung. Die Anschlussbedingungen für diese verschiedenen Energieparks sind ebenfalls sehr unterschiedlich.
Netzausbau dauert bis zu 10 Jahre
Laut RTE verfügt das bestehende terrestrische Netz über eine Aufnahmekapazität für Meeresenergie von ca. 1,5 GW, müsste jedoch angesichts des aktuell geschätzten Potentials auf über 2,5 GW ausgebaut werden. RTE empfiehlt daneben den Bau einer neuen 400kV Stromleitung zwischen der Basse-Normandie und der westlichen Pariser Region. Für den Raz Blanchard hat das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits so viele Anschlussanfragen für Meeresströmungsprojekte erhalten, dass sie schon den größten Teil der verfügbaren Kapazität benötigen würden. Allein der Anschluss kommerzieller Energieparks an das Hochspannungsnetz dauere 6 bis 7 Jahre, davon entfallen ca. 4-5 Jahre für Verwaltungsverfahren und 2 Jahre für den Ausbau. Sollte eine Erhöhung der Kapazität des 400-kV-Netzes durch neue Parks erforderlich werden, so würde die Anschlusszeit nach Schätzungen von RTE einschließlich der technischen und administrativen Fristen etwa ein Jahrzehnt dauern.
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