SolarWorld nimmt weitere Hürde für Finanz-Restrukturierung
Altaktionäre verlieren 95 Prozent - Qatar Solar und Asbeck investieren
Von den derzeit 931 Millionen Euro Schulden von SolarWorld sollen 45 Prozent (419 Millionen Euro) in Form von Verbindlichkeiten bestehen bleiben und 55 Prozent (512 Millionen Euro) durch einen sog. "Debt-to-Euity-Swap" in Unternehmensanteile umgewandelt werden. Härter als der Schuldenschnitt der Gläubiger trifft es die bisherigen Aktionäre von SolarWorld. So soll mit einem Kapitalschnitt das derzeitige Grundkapital des Unternehmens von 111,72 Millionen Euro auf 744.800 Euro reduziert werden. Nach einer anschließenden Kapitalerhöhung repräsentieren die Anteile der Altaktionäre dann nur noch etwa 5 Prozent der Aktiengesellschaft. Laut SolarWorld gehen von diesen 95 Prozent 19,5 Prozent (2.904.720 Aktien) des neuen Stammkapitals an Frank Asbeck und 29 Prozent (4.319.840 Aktien) an den neuen Investor Qatar Solar S.P.C. Damit halten Gläubiger zukünftig einen Anteil von 46,5 Prozent (6.926.640 Aktien) an SolarWorld und der Vorstandsvorsitzende 20,9 Prozent. Firmengründer Asbeck erklärte, dass Qatar Solar für diese Anteile rd. 35 Millionen Euro investiert und er selbst nochmal rd. 10 Millionen Euro auf den Tisch legt. Diese Summen sollen direkt an die Gläubiger der Darlehen und der Anleihen weitergereicht werden. Zu den 35 Millionen stellt Qatar Solar weitere 50 Millionen Euro in Form eines Kredits zur Verfügung.
Anleiheinhaber und Altaktionäre sind noch am Zug
Die Einigung zwischen SolarWorld und den Gläubigern der Schuldverschreibungen ist jedoch nur der erste Schritt zur Umsetzung des Rettungskonzeptes. Am 8. und 9. Juli folgen Treffen mit den Anleihegläubigern, bei denen diese gemeinsame Vertreter wählen. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung werden zudem die bisherigen Aktionäre zunächst über die Pläne informiert. Anfang August 2013 treffen sich dann erneut die Gläubiger der Anleihe und entscheiden über die Restrukturierungspläne. Gleiches soll auf einer weiteren außerordentlichen Hauptversammlung im Anschluss geschehen. Erst nach deren Zustimmung kann das gesamte Konzept umgesetzt werden.
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