82 Prozent der Verbraucher stehen hinter der Energiewende
Rund 48 Prozent der 1.200 Umfrage-Teilnehmer sehen die Umsetzung der Energiewende kritisch, 40 Prozent betrachten sie als richtig. Für die Mehrheit der Verbraucher (69 Prozent) überwiegen jedoch die Vorteile, wie der Klima- und Umweltschutz (38 Prozent), mehr Sicherheit durch den Atomausstieg (23 Prozent) und die Senkung des Energieverbrauchs (19 Prozent). Als Grund für die ablehnende Haltung führen die Teilnehmer der Forsa-Umfrage für den Bundesverband Verbraucherzentrale (BZBV) die steigenden Energiekosten (52 Prozent) und die Verschandelung der Landschaft (13 Prozent) an.
Bürger wollen dezentrale Erzeugung, Ausbau-Quote und keine Ausnahmen bei der EEG-Umlage
Weiterhin besagt die Studie, dass mehr als 85 Prozent der Befragten denken, dass Wirtschaft, Industrie, Energieversorger und die Politik den größten Einfluss auf die Energiewende haben. Der Einfluss der Verbraucher hingegen sei eher gering. Würden die Bürger entscheiden, so würden diese die Anlagen für Erneuerbare Energien eher dezentral an den Verbrauchsorten platzieren, um dadurch den geplanten Netzausbau zu reduzieren. Lediglich 32 Prozent der Befragten befürworten den Ausbau der Offshore-Windenergie.
Auch das Ausbauvolumen solle gedeckelt werden, um so hohen Subventionskosten zu entgehen. Sehr kritisch sehen die Befragten die Verteilung der Kosten und wünschen sich hier mehr Gerechtigkeit durch eine Abschaffung der Befreiung bzw. Minderung der EEG-Umlage-Zahlungen für bestimmte Unternehmen, um so eine Reduktion der Kosten für die Bürger zu erreichen.
Mehr Aufklärung ist noch notwendig
Die Studie zeigt, dass den Bürgern bereits viele Fakten rund um die Energiewende bekannt sind, jedoch bleiben noch einige Punkte zu klären, die bisher auf Ablehnung stoßen. Die befürwortete Abschaffung der Befreiung bzw. Reduzierung der EEG-Umlage für Unternehmen wäre zum einen ein Schritt in die richtige Richtung. Hier sind noch weitere Aspekte zu berücksichtigen, etwa die Begegnung des aktuell sehr niedrigen Börsenstrompreises durch beispielsweise teurere CO2-Zertifikate.
Zum anderen besteht noch Aufklärungsbedarf im Rahmen der dezentralen Energieversorgung und des damit verbundenen Netzausbaus. Die Befürchtung vieler Verbraucher, dass vermehrt neue Stromtrassen für viel Geld das Land durchkreuzen, kann allerdings teilweise widerlegt werden, weil der Netzausbau überwiegend in bestehenden Trassen verläuft bzw. nur eine Umbeseilung notwendig ist, bei der bestehende Strommasten genutzt werden. Nur ca. 30 Prozent der Netze bedürfen eines Neubaus in komplett neuen Trassen, die teilweise auch als Erdkabel realisiert werden können. Dies geht aus dem Netzentwicklungsplan der Stromnetzbetreiber hervor.
Weitere Themen und Infos
Branche: Energiewende geht mit Schwarz-Grün am besten
FDP will Bau von Solar- und Windenergie-Anlagen auf Eis legen
Messe zukunftsenergien nordwest 2014
Weitere News aus der Bundespolitik
© IWR, 2013
Pressemappen - mit Original-Pressemitteilungen



