IWF: Fossile Energie-Subventionen höher als Ausgaben für Gesundheit
Die Analyse stammt dabei nicht etwa von einem Verband oder einer sonstigen Interessensvertretung, sondern vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Dies bedeutet, dass in jeder Minute des Jahres etwa 10 Millionen US-Dollar in die Förderung von fossilen Energien gepumpt werden.
Hohe Subventionen für fossile Energien trotz negativer externer Effekte
Die geschätzte Subventions-Summe ist gegenüber 2014 angestiegen. (Schätzung für 2014: 5,2 Billionen US-Dollar). Die Zahlen stammen aus einem neuen Arbeitspapier des IWF und wurden bei einer Veranstaltung in Massachusetts von IWF-Direktor Vitor Gaspar vorgestellt. Schockierend ist dabei laut Gaspar, dass diese Energie-Subventionen für Kohle, Erdgas, Öl und Co. die weltweiten Gesundheitsausgaben von geschätzten 4,3 Billionen US-Dollar im Jahr 2013 übertreffen. Dabei bringen diese Energie-Subventionen eine Reihe von negativen Effekten, in der Wirtschaftswissenschaft als „negative externe Effekte“ bezeichnet, mit sich. Dazu zählen neben den Umwelteffekten auch die Verstärkung von Verteilungsproblemen. Zudem würde weiteres Wachstum behindert, weil z.B. neue Investitionen ausbleiben würden und tendenziell eine Verschwendung von Energie anreizen.
Knapp 60 Prozent in die Kohle – Russland, China und Indien subventionieren kräftig
Der Großteil der Subventionen fließt in die Kohle. 59 Prozent der 5,3 Bio. US-Dollar kommt der Energiegewinnung aus Stein- oder Braunkohle zugute. 28 Prozent fließen in den Erdöl-Sektor und zehn Prozent der Subventionen in den Bereich Erdgas. Die restlichen drei Prozent entfallen laut IWF auf sonstige Formen der Stromerzeugung. Besonders stark werden fossile Energien in Russland, Japan, China, Indien und einigen Ländern Nordafrikas gefördert, so beträgt der Anteil, den diese Subventionen im Vergleich zum gesamten Bruttoinlandsprodukt ausmachen, jeweils mehr als acht Prozent. In den US wird eine Quote von etwa vier bis acht Prozent erreicht, während der Anteil in den Ländern Westeuropas überwiegend unter zwei Prozent beträgt.
© IWR, 2015
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Zu den IWR-Studien26.05.2015
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