Versorger wollen 57 Kraftwerke abschalten - Neubauten gibt es auch
Noch Anfang des Jahres verkündete die Bundesnetzagentur 48 Stilllegungen, nun sind neun weitere hinzugekommen. Beim Kraftwerksneubau hingegen steht die endgültige Entscheidung bei einigen Projekten in vielen Fällen noch aus. Doch in 2015 sind auch bereits neue Kraftwerke ans Netz gegangen.
Anzahl der Stilllegungsanträge nimmt zu
Die Bundesnetzagentur veröffentlicht regelmäßig eine Kraftwerksstilllegungsanzeigenliste (KWSAL), aus der die bei ihr eingegangenen Stilllegungsanzeigen der Erzeugungs- und Speicheranlagenbetreiber hervorgehen. Mit derzeit 57 angezeigten Stilllegungen (Stand 20.07.15), handelt es sich um neun zusätzliche geplante Stilllegungen im Vergleich zum Beginn des Jahres. Allerdings enthält diese Liste auch geplante vorläufige Stilllegungen, sowie saisonale Sommer-Konservierungen. Eine endgültige Stilllegung wurde für insgesamt 9.169 Megawatt (MW) Kraftwerksleistung beantragt. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist in 2015 etwa die Hälfte der geplanten Kraftwerksneubauten noch unsicher.
Schrumpft die installierte Leistung?
Insgesamt sind laut BDEW 74 Großprojekte, die eine Leistung von jeweils mindestens 20 MW haben, mit rund 33.000 MW installierter Leistung geplant, in Genehmigung oder in Bau. Den 9.169 MW, für die Stilllegungsanträge vorliegen, stehen Anlagen mit einer installierten Leistung von insgesamt etwa 4.600 MW gegenüber, die noch 2015 in Betrieb genommen werden sollen. Auf der Zeitschiene bis zum Jahr 2018 sollen weitere Anlagen mit nochmal 4.831 MW Leistung hinzukommen. Grundsätzlich kann die Bundesnetzagentur Stilllegungsanträge vorerst ablehnen, wenn der systemverantwortliche Übertragungsnetzbetreiber die betreffende Anlage als systemrelevant ausweist.
Im Jahr 2015 ist u.a. der erste Block des Kohlekraftwerks in Hamburg Moorburg von Vattenfall ans Netz gegangen. Auch der zweite Block soll noch on 2015 den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Die Bruttoleitung beider Blöcke beläuft sich auf rund 1.640 MW. Für den deutschen Markt ist auch das neue RWE-Kohlekraftwerk in Eemshaven in den Niederlanden mit einer Leistung von 1.600 MW von Bedeutung. Das Kraftwerk steht direkt an der deutsch-niederländischen Grenze.
© IWR, 2015
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