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Größte Geothermie-Aufsuchungserlaubnis Deutschlands: Konsortium erkundet Erdwärme-Potenzial im Ruhrgebiet

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Dortmund – Die Wärmeversorgung des Ruhrgebiets soll langfristig auf erneuerbare Quellen umgestellt werden. Ein Konsortium aus sieben Unternehmen hat dafür von der Bezirksregierung Arnsberg die Aufsuchungserlaubnis „Erdwärme Metropole Ruhr" erhalten – das bislang größte Geothermie-Erlaubnisfeld in Deutschland.

Das Erlaubnisgebiet umfasst 1.640 Quadratkilometer zwischen Oberhausen und Hamm sowie zwischen Marl und Schwerte. Beteiligt sind E.ON Business Solutions Deutschland, DMT, Deutsche Erdwärme, Fernwärmeversorgung Niederrhein, Iqony Fernwärme, Iqony Wärme sowie die Hertener Stadtwerke. Übergeordnetes Ziel ist die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung der Metropolregion Ruhr.

Bild: Die Karte zeigt das von der Bezirksregierung Arnsberg genehmigte Gebiet Aufsuchungserlaubnis „Erdwärme Metropole Ruhr" - © Steag

Seismische Erkundung als erster Schritt
Die Aufsuchungserlaubnis bildet die Grundlage für umfangreiche geologische Untersuchungen, mit denen das Potenzial der Geothermie in der Region näher geprüft werden soll. In einer ersten Phase setzen die Partner 2D-Seismik ein – ein Messverfahren, das die Schichtstruktur des Untergrunds sichtbar macht. Auf Basis der Ergebnisse folgt eine vertiefende 3D-Seismik, um geeignete Standorte für potenzielle Probebohrungen zu identifizieren. Die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens ist geplant, steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigabe.

Jens-Peter Lux, Managing Director beim Bergbau- und Geotechnikunternehmen DMT, erläutert: „Um den Untergrund wirklich zu verstehen und das volle Erdwärmepotenzial zu ermitteln, sind – aufbauend auf vorhandene Daten und Vorstudien – erhebliche Anstrengungen wie seismische Standorterkundungen erforderlich. Das wird die unmittelbare Aufgabe des Konsortiums sein."

Wärmepotenzial unter dem Ruhrgebiet
Das Ruhrgebiet gilt den Projektpartnern zufolge als besonders geeignet für Geothermie: dicht besiedelt, industriell geprägt und mit großem ungenutztem Wärmepotenzial. „Das Ruhrgebiet ist Wärmewende-Pionier", sagt Matthias Ohl, CEO des Fernwärmegeschäfts von Iqony. „Unsere Region hat großes Fernwärmepotenzial – dicht, industriell, voller ungenutzter Wärmequellen. Die Geothermie kann ein starkes Standbein der Wärmeversorgung der Zukunft sein."

Dr. Herbert Pohl, CEO der Deutschen ErdWärme, ergänzt: „Die Erteilung dieser großflächigen Aufsuchungserlaubnis ist ein bedeutender Schritt für den Ausbau der Geothermie in NRW und darüber hinaus. Nordrhein-Westfalen verfügt über enormes Potenzial, um erneuerbare Wärme aus dem Untergrund für Städte, Kommunen und industrielle Anwendungen nutzbar zu machen. Gemeinsam mit starken Partnern schaffen wir die Grundlage für eine nachhaltige und langfristig bezahlbare Wärmeversorgung."

Politische Rückendeckung und Ausblick
Das Projekt fügt sich in den Masterplan Geothermie des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums ein. Demnach könnte Geothermie perspektivisch bis zu 20 Prozent des gesamten Wärmebedarfs in NRW decken. Katja Winkler, Projektleiterin Geothermie bei E.ON Business Solutions Deutschland, sieht in der Erlaubnis einen wichtigen Vertrauensbeweis: „Wir freuen uns über das Vertrauen der Landesregierung, das unserem Konsortium mit der Erteilung der Aufsuchungserlaubnis entgegengebracht wurde. Die Konsortialpartner sind entschlossen, einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende in NRW zu leisten."

Mit der Aufsuchungserlaubnis startet eines der ambitioniertesten Erdwärmevorhaben Deutschlands, das ein starkes Signal für die Wärmewende im Herzen der Metropolregion Ruhr setzt.

© IWR, 2026


29.06.2026

 



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