Alpiq treibt Flexibilitätsstrategie voran – 300-MW-Großspeicher in der Schweiz nimmt nächste Hürde
Der Batteriespeicher soll am Standort Niedergösgen neben dem Laufwasserkraftwerk Gösgen entstehen und über eine Speicherkapazität von mehr als 1,2 GWh verfügen. Grundlage für die weitere Projektentwicklung ist eine jetzt unterzeichnete Grundsatzvereinbarung mit dem Schweizer Übertragungsnetzbetreiber Swissgrid, die den Anschluss an das nationale Höchstspannungsnetz mit einer Leistung von 300 MW sichert.
Alpiq setzt auf Flexibilität als Baustein der Energiewende
Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und der zunehmenden Volatilität der Stromerzeugung gewinnt Flexibilität im Energiesystem an Bedeutung. Alpiq verfolgt daher eine Flexibilitätsstrategie, die auf den Ausbau verschiedener Technologien wie Batteriespeicher, Pumpspeicherkraftwerke und weitere flexible Erzeugungsanlagen setzt. Ziel ist es, Schwankungen im Stromsystem auszugleichen, erneuerbare Energien besser zu integrieren und einen Beitrag zur Versorgungssicherheit zu leisten.
Der geplante Batteriespeicher in Niedergösgen ist ein Baustein dieser Strategie. Nach Unternehmensangaben verfügt Alpiq inzwischen über ein Batterieportfolio von mehr als 1 GW in verschiedenen europäischen Kernmärkten. Davon sind bereits 130 MW in Betrieb und weitere 230 MW im Bau. Langfristig will der Konzern die Speicherleistung auf mehrere Gigawatt ausbauen.
Der geplante Großspeicher soll Strom für rund 500.000 Haushalte über einen Zeitraum von mehr als vier Stunden bereitstellen können und einen Beitrag zur Stabilisierung des Schweizer Übertragungsnetzes leisten. Die Nähe zum Wasserkraftwerk Gösgen, zum Kernkraftwerk Gösgen sowie zu einem wichtigen Netzknotenpunkt gilt als wesentlicher Standortvorteil.
„Der Standort Niedergösgen vereint zentrale Voraussetzungen für ein Großbatterieprojekt dieser Größenordnung: die Nähe zu bestehender Energieinfrastruktur und die Anbindung an einen wichtigen Netzknotenpunkt“, sagte Amédée Murisier, Leiter des Geschäftsbereichs Assets und Mitglied der Geschäftsleitung von Alpiq. „Dieses BESS-Projekt ist für Alpiq ein weiterer Meilenstein bei der konsequenten Umsetzung der ambitionierten Wachstumsstrategie. Wir investieren gezielt in Flexibilität und leisten einen konkreten Beitrag zu Versorgungssicherheit und zur Integration erneuerbarer Energien ins Energiesystem.“
Alpiq plant Baubeginn 2027
Nach ersten Gesprächen mit Behörden plant Alpiq die Einreichung des Bauantrags. Der Baustart ist für 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme des Batteriespeichers soll 2029 erfolgen.
Mit dem Projekt setzt Alpiq den Ausbau seines europäischen Speicherportfolios fort. Der Konzern ergänzt damit sein bestehendes Portfolio aus Wasserkraft- und Pumpspeicherkraftwerken um weitere flexible Speichertechnologien und will seine Position im Bereich der Systemflexibilität weiter ausbauen.
© IWR, 2026
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