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Stromleitung SuedLink erreicht bautechnischen Meilenstein – erster Erdkabelabschnitt abgeschlossen

© Tennet© Tennet

Scheeßel/Niedersachsen – Der Ausbau der großen Übertragungsnetze in Deutschland schreitet weiter voran. Im Fokus stehen derzeit insbesondere die Nord-Süd-Gleichstromverbindungen Ultranet (geplante Inbetriebnahme 2026), A-Nord (2027) sowie SuedLink und SuedOstLink (jeweils 2028). Mit SuedLink erreicht eines der zentralen Projekte der Energiewende nun einen weiteren wichtigen Baufortschritt.

Die rund 700 Kilometer lange Stromleitung SuedLink ist bereits seit dem vergangenen Jahr auf der gesamten Trasse gleichzeitig im Bau. Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet Germany hat jetzt den bundesweit ersten fertiggestellten Erdkabelabschnitt abgeschlossen. Auf dem rund 37 Kilometer langen Teilstück im Landkreis Rotenburg (Wümme) zwischen Scheeßel und der Landkreisgrenze zu Stade wurden alle vier SuedLink-Kabel im Boden verlegt und der Bauabschnitt damit fertiggestellt.

SuedLink: 700 Kilometer lange Nord-Süd-Stromautobahn
Der nun fertiggestellte Abschnitt im Landkreis Rotenburg (Wümme) ist Teil der rund 700 Kilometer langen Gleichstromverbindung SuedLink. Die Tiefbauarbeiten auf dem Abschnitt begannen im Frühjahr 2024 in der Samtgemeinde Zeven. Während der Bauphase standen insbesondere der Bodenschutz sowie der verantwortungsvolle Umgang mit landwirtschaftlich genutzten Flächen im Fokus. Die beanspruchten Flächen sollen schrittweise wieder an die Eigentümer zurückgegeben werden.

SuedLink soll ab Ende 2028 vor allem Windstrom aus dem Norden Deutschlands in die Verbrauchszentren im Süden transportieren und damit zur Versorgungssicherheit, Netzstabilität und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland beitragen.

Das Projekt verfügt über eine Übertragungskapazität von rund 4.000 MW (4 GW) und gilt als eines der zentralen Infrastrukturvorhaben der Energiewende.

Politik und Region begleiten Projekt eng
Bei der Fertigstellung waren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kommunen und Landwirtschaft anwesend, darunter Niedersachsens Energieminister Christian Meyer sowie der Landrat des Landkreises Rotenburg (Wümme), Marco Prietz.

„Mit dem ersten fertiggestellten Erdkabelabschnitt wird SuedLink sichtbar Realität“, sagte Ina Kamps, COO von TenneT Germany. SuedLink werde künftig erneuerbare Energien dorthin bringen, wo sie benötigt werden, und damit Versorgungssicherheit, Netzstabilität und Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Energieminister Christian Meyer verwies auf die Bedeutung der Leitung für sinkende Stromkosten und die Integration erneuerbarer Energien. SuedLink sei ein Kernstück eines klimaneutralen Energiesystems und helfe, fossile Reservekraftwerke sowie Redispatch-Maßnahmen zu reduzieren.

Landrat Marco Prietz hob insbesondere die regionale Umsetzung hervor. Der Bau sei unter Berücksichtigung landwirtschaftlicher Flächen erfolgt und habe zugleich wirtschaftliche Impulse für die Region gebracht.

Über die großen Stromleitungen Ultranet, A-Nord, SuedLink und SuedOstLink
Die großen Nord-Süd-Gleichstromverbindungen gehen in ihrer grundsätzlichen Netzplanung auf den Netzentwicklungsplan (NEP) 2012 und die folgenden Ausbauplanungen zurück. Sie wurden nach dem Ausstiegsbeschluss aus der Kernenergie 2011 als zentrale Transportachsen für erneuerbaren Strom aus Nord- und Ostdeutschland in die Verbrauchszentren im Süden und Westen entwickelt.

Mit dem Netzentwicklungsplan wurde der Bedarf leistungsstarker HGÜ-Verbindungen erstmals systematisch ausgewiesen. Ursprünglich war eine deutlich frühere Realisierung im Zuge des Umbaus des Energiesystems und des Atomausstiegs vorgesehen. Die Umsetzung verzögerte sich jedoch im weiteren Verlauf deutlich.

Einen wesentlichen Einfluss auf die Projektentwicklung hatte der Erdkabelvorrang für neue Gleichstromleitungen, der 2015 gesetzlich verankert wurde. Dadurch wurden zahlreiche Projekte neu geplant und technisch von Freileitungs- auf Erdkabeltrassen umgestellt. Hinzu kamen umfangreiche Genehmigungs-, Beteiligungs- und Klageverfahren.

Im Ergebnis zählen die nachfolgenden Stromleitungsprojekte heute zu den größten Infrastrukturvorhaben der Energiewende: Die Stromleitung Ultranet (rund 2 GW) nutzt bestehende Trassen und soll nach aktueller Planung bis 2026 in Betrieb gehen.
A-Nord (rund 2 GW) ist für 2027 vorgesehen. SuedLink (rund 4 GW, ca. 700 km) soll bis Ende 2028 folgen. Auch der Stromleitung SuedOstLink (rund 2 GW) ist für 2028 geplant.

Bild: Trassenverlauf zentraler Netzausbauvorhaben in Deutschland © IWR/BNetzA

© IWR, 2026


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02.07.2026

 



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