Agri-PV mit Batteriespeicher: Ylektra entwickelt 50-MW-Hybridprojekt in Rheinhessen
Mit einem neuen Projekt in Rheinhessen soll dieses Konzept nun umgesetzt werden. Die Ortsgemeinde Armsheim hat dafür die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Mit dem Beschluss eines städtebaulichen Vertrags gab der Gemeinderat den Startschuss für die weiteren Planungs- und Genehmigungsverfahren für ein Vorhaben der Ylektra GmbH.
50-MW-Projekt erreicht wichtigen Meilenstein
Mit dem Ratsbeschluss erreicht das Vorhaben einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Umsetzung. Der auf Agri-PV und Batteriespeicher spezialisierte Projektentwickler Ylektra aus Köln plant westlich der Autobahn A 61 die Errichtung einer Agri-PV-Anlage mit einer Leistung von rund 50 MW auf einer Fläche von etwa 70 Hektar. Die jährliche Stromproduktion soll rechnerisch den Bedarf von rund 20.000 Haushalten decken.
Bestandteil des Projekts ist zudem ein Großspeicher, der den erzeugten Solarstrom für zwei bis vier Stunden zwischenspeichern kann. Dadurch soll die Einspeisung zeitlich flexibilisiert und das lokale Stromnetz insbesondere bei hoher Auslastung entlastet werden.
Dem Gemeinderatsbeschluss gingen Abstimmungen mit der Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe, der Kreisverwaltung Alzey-Worms, der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz sowie weiteren Fachbehörden voraus. Im weiteren Verfahren werden die Öffentlichkeit und die Träger öffentlicher Belange beteiligt. Parallel wird die Änderung des Flächennutzungsplans der Verbandsgemeinde Wörrstadt vorbereitet.
„Mit diesem Leuchtturmprojekt in der Verbandsgemeinde Wörrstadt zeigen wir: Energiewende und Landwirtschaft schließen sich nicht aus – sie gehören zusammen. Denn wir benötigen beides, die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse auf besten Ackerböden, wie wir sie in Rheinhessen vorfinden. Und die Erzeugung regenerativer Energie für die Energiewende. Dieses Projekt hat das Zeug, weit über die Verbandsgemeinde Wörrstadt hinaus als Modell zu wirken. Ich bin stolz, dass wir in Rheinhessen erneut Pionierarbeit leisten", sagt Bürgermeister Markus Conrad.
Agri-PV und Speicher ergänzen sich zunehmend
Agri-Photovoltaik ermöglicht die gleichzeitige Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für den Ackerbau und die Erzeugung von Solarstrom. Im Unterschied zu klassischen Freiflächenanlagen bleiben die Flächen dabei weitgehend landwirtschaftlich nutzbar.
Nach Angaben von Ylektra können in Armsheim rund 90 Prozent der Projektfläche weiter bewirtschaftet werden. Möglich wird dies durch einachsig nachgeführte Solarmodule mit einem Reihenabstand von 13,5 Metern. Dadurch bleibt zwischen den Modulreihen eine Arbeitsbreite von zwölf Metern erhalten, sodass die Flächen weiterhin mit herkömmlichen Landmaschinen bewirtschaftet werden können.
Die bestehende Fruchtfolge mit Zuckerrüben und Getreide soll erhalten bleiben. Ergänzend sind Blüh- und Grünstreifen vorgesehen, die die Artenvielfalt fördern sollen. Darüber hinaus können die Module nach Unternehmensangaben die Verdunstung reduzieren und den Wasserhaushalt der Böden insbesondere während längerer Hitze- und Trockenperioden verbessern.
Mit den deutlich gesunkenen Kosten für Batteriespeicher werden zunehmend hybride Solarprojekte wirtschaftlich, die Photovoltaik und Speicher miteinander kombinieren. Während die Solaranlage den erneuerbaren Strom erzeugt, kann der Batteriespeicher Erzeugungsspitzen aufnehmen und die Einspeisung zeitlich verschieben. Dadurch steigt die Flexibilität der Strombereitstellung, gleichzeitig können Netzengpässe reduziert und die Integration erneuerbarer Energien verbessert werden.
© IWR, 2026
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