Offshore-Windenergie im Mittelmeer: Studie nennt Erfolgsfaktoren für den Markthochlauf
Die vom Politecnico di Torino und Wind Europe veröffentlichte Studie versteht sich als Handlungsempfehlung für Politik und Industrie, um den Aufbau eines wettbewerbsfähigen Offshore-Windmarktes im Mittelmeerraum zu beschleunigen.
Regulierung, Infrastruktur und Lieferketten als Schlüsselfaktoren
Eine stabile und verlässliche Regulierung bei Genehmigungen, Ausschreibungen und Netzzugang ist laut Studie ebenso entscheidend wie der technologische Reifegrad. Planbare Zeitpläne und Instrumente zur Risikominderung seien notwendig, um Investitionen anzuziehen. Gleichzeitig beeinflusst die Verfügbarkeit ausreichender Netzanschlüsse maßgeblich Kosten, Zeitplan und Wirtschaftlichkeit neuer Offshore-Projekte.
Für den Ausbau im industriellen Maßstab seien darüber hinaus leistungsfähige Häfen, ausreichende Produktionskapazitäten, funktionierende Lieferketten und qualifizierte Fachkräfte erforderlich. Ebenso wichtig seien Umweltverträglichkeitsprüfungen, ein kontinuierliches Umweltmonitoring sowie der frühzeitige Dialog mit den betroffenen Küstengemeinden.
Studie soll Markthochlauf strategisch unterstützen
Die Studie soll dazu beitragen, politische Rahmenbedingungen, industrielle Investitionen und technologische Entwicklungen besser aufeinander abzustimmen. Ziel ist es, den Markthochlauf der Offshore-Windenergie im Mittelmeerraum zu beschleunigen und damit die Energiesicherheit sowie die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken.
Professorin Giuliana Mattiazzo vom Politecnico di Torino bezeichnete die Entwicklung schwimmender Offshore-Windkraftanlagen im Mittelmeer als industrielle und strategische Herausforderung. Technologie allein reiche nicht aus, um den Ausbau voranzutreiben: „Wir benötigen auch die richtigen Rahmenbedingungen: Planung, klare Regulierung, Hafeninfrastruktur, Expertise und eine industrielle Lieferkette, die mit den Projekten wachsen kann."
Auch Wind Europe sieht den Schlüssel zum Markthochlauf nicht allein in der Technologie. Die stellvertretende Geschäftsführerin Malgosia Bartosik betonte: „Vorhersehbare Regulierung, koordinierte Netzplanung, die richtige Hafeninfrastruktur und eine einsatzbereite Lieferkette sind allesamt notwendig, um Projekte glaubwürdig, finanzierbar und realisierbar zu machen."
© IWR, 2026
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