Steigende Getreide-Preise infolge des Klimawandels
Menschen in armen Ländern haben keine Rücklagen
Jan Kowalzig, Klima-Experte bei Oxfam: "Plötzliche Preissteigerungen infolge von Dürren oder Überschwemmungen in den Kornkammern der Welt werden für Millionen Menschen nicht verkraftbar sein. In vielen Ländern geben die in Armut lebenden Menschen bereits drei Viertel ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Rücklagen, um kurzfristige Preisschocks auszugleichen, haben diese Menschen in der Regel nicht." Laut Studie könnte etwa eine Dürre in den USA im Jahr 2030 wegen der zunehmenden Abhängigkeit von US-Getreideimporten auf den Weltmärkten zu einem plötzlichen Preissprung von 140 Prozent für Mais führen – zusätzlich zum ohnehin erwarteten Preisanstieg infolge anderer Faktoren wie Erderwärmung. Ein weiteres Szenario der Wissenschaftler ergibt, dass eine Kombination von Dürren und Überschwemmungen im südlichen Afrika im Jahr 2030 die Verbraucherpreise auf den örtlichen Getreidemärkten in kurzer Zeit um 120 Prozent anheben könnte.
Green Climate Fund: angemessener deutscher Beitrag bei 1 Mrd. Euro
Kowalzig: "Der Klimawandel wird zunehmend zu Ernteausfällen, rasant steigenden Getreidepreisen und Hungerkrisen führen." Oxfam fordert von der Bundesregierung einen Plan, wie sie arme Länder bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen will. "Ein erster Schritt wäre, dass Deutschland endlich eine Zusage an den neuen Green Climate Fund macht, der den armen Ländern bei der Bewältigung des Klimawandels helfen soll. Ein angemessener deutscher erster Beitrag läge nach Oxfams Berechnung bei einer Milliarde Euro über einen Zeitraum von drei Jahren."
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