Schleswig-Holstein testet Bürgerbeteiligung am Netzausbau
Kleinanleger sollen bevorzugt werden
Um die Bürgerbeteiligung nicht durch Investoren aus der Wirtschaft zu gefährden, wird der Erwerb der Wertpapiere allein Privatanlegern vorbehalten sein. Mit einer Mindestbeteiligung von voraussichtlich 1.000 Euro soll die Beteiligung besonders für Kleinanleger aus der Region interessant sein. Dabei werden Bürger, die unmittelbar vom Bau der Höchstspannungsleitung betroffen sind, bevorzugt. Damit sich auch wirklich der einzelne Bürger beteiligen kann, wird Kleinanlegern, die nur wenige Wertpapiere erwerben wollen, der Vorzug gegenüber Privatanlegern gegeben, die große Summen investieren möchten. Die Einnahmen werden schließlich für die Finanzierung der sogenannten "Westküsten-Leitung" verwendet. Der Zins liege nach Angaben von Tennet für die Anleger unter jetzigen Kapitalmarktbedingungen bei 4,5 bis fünf Prozent. Die Höhe der Bürgerbeteiligung kann 40 Millionen Euro, maximal aber 15 Prozent des Investitionsbudgets für die Leitung betragen. Die Wertpapiere sollen über lokal ansässige Geldinstitute vertrieben werden. Tennet geht davon aus, dass nach Genehmigung durch die zuständige Finanzregulierungsbehörde der Verkauf der Wertpapiere im zweiten Quartal dieses Jahres beginnen kann.
Altmaier befürwortet "Bürgerdividende" beim Netzausbau
Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte bereits Anfang Oktober 2012 eine solche "Stromanleihe" oder "Bürgerdividende" vorgeschlagen. Altmaier hatte davon gesprochen, dass insbesondere die vom Netzausbau betroffenen Bürger Investitionen ab einem Betrag von 500 Euro mit einem festen Zinssatz von fünf Prozent pro Jahr tätigen könnten. Rund 15 Prozent des gesamten Kapitals, dass zur Finanzierung des Netzausbaus benötigt werde, könnte man für eine derartige Bürgerbeteiligung reservieren. In einer Gesamtrechnung ist Altmaier auf eine Investitionssumme von etwa fünf Milliarden Euro gekommmen, da allein für den Fernleitungsausbau etwa 30 Milliarden Euro veranschlagt worden seien.
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