Deutsche Firmen müssen bei CSP-Kraftwerk in Spanien kräftig abschreiben
Keine Einspeisevergütung mehr für Gas-Zufeuerung
Die Stadtwerke in München erklärten, dass Spanien zu Beginn des Jahres 2013 Gesetzesänderungen vorgenommen hat, die in Zukunft bei den Betreibern zu massiven und dauerhaften Einbußen führen wird. Diese gesetzgeberischen Eingriffe sollen besonders die Wirtschaftlichkeit solarthermischer Kraftwerke (engl.: Concentrated Solar Power, CSP) beeinflussen. So wurde die Einspeisevergütung reduziert, eine Entlastungsregelung hinsichtlich der Zufeuerung wurde abgeschafft und zudem wird künftig die Umsatzsteuer erhoben. Die Zufeuerung von Gas unterliegt demnach nicht mehr dem Einspeisetarif und ist damit nach Angaben der Stadtwerke nicht mehr wirtschaftlich. Daher werde der zum Warmhalten des Kraftwerks nötige Gaseinsatz soweit wie möglich reduziert. In der Folge sinkt die jährliche Strom-Produktion gegenüber der ursprünglichen Planung.
Millionen-Abschreibungen für deutsche Unternehmen
Für die Stadtwerke musste daher eine Abschreibung auf das Projekt in Höhe von 64 Mio. Euro vorgenommen werden. Auch die übrigen Anteilseigner haben einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge Abschreibungen in Millionenhöhe zu verbuchen. Der Energieversorger Rheinenergie hat demnach etwa ein Drittel seiner Investitionssumme, insgesamt 17 Mio. Euro, aus seinen Büchern gestrichen. Ebenso bestätigten RWE und Ferrostahl hohe Abschreibungen. Zusammen prüfen die Investoren jetzt rechtliche Schritte gegen Spanien unter einem völkerrechtlichen Investitionsschutzabkommen für Energieinfrastrukturinvestitionen (Energie Charta). Ein Verfahren würde sich aber voraussichtlich über mehrere Jahre erstrecken.
Wirtschaftlicher Betrieb ist möglich
Trotz der Abschreibungen stellten die Stadtwerke München jedoch klar, dass - entgegen der Befürchtung der CSU-Stadtradfraktion - keine Gefahr besteht, dass die Münchener Stadtwerke-Kunden für die Verluste aufkommen müssen. Andasol 3 soll zwar nicht die ursprünglich angenommene Rentabilität erreichen, aber kann dennoch wirtschaftlich betrieben werden. Da durch den Einsatz von Sonnenenergie keine variablen Kosten für Energieträger entstehen, kann den Stadtwerken zufolge ein Mehrfaches der laufenden Kosten erwirtschaftet werden. Das Parabolrinnen-Kraftwerk hat insgesamt eine Leistung von 50 MW und kann bis zu 200.000 Menschen mit Strom versorgen. Die gesamte Investitionssumme belief sich auf 315 Mio. Euro.
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