Bohrinsel-Unfälle: EU nimmt Ölfirmen in die Verantwortung
Kontrollbefugnisse werden erweitert
Die neue EU-Richtlinie regelt jedoch nicht nur die Frage der Haftung bei Unfällen auf den Bohrinseln, sondern legt auch weitere Standards fest, welche die Sicherheit der Offshore-Förderung erhöhen sollen. So müssen die Unternehmen bei Bohrungen Notfallpläne vorlegen, um im Fall eines Unfalls schnell reagieren zu können. Zudem werden weitreichende Kontrollbefugnisse für die EU-Staaten festgeschrieben, die eine stärkere Überwachung der eingesetzten Maschinen und Geräte gewährleisten sollen. Für die Umsetzung in nationales Recht haben die Mitgliedsstaaten, die an Hochseegewässer angrenzen, zwei Jahre Zeit.
Öl kommt aus immer größeren Tiefen
Die neue Richtlinie ist auch vor dem Hintergrund der Entwicklung der Öl-Förderung in den letzten Jahren zu sehen. So sind neu zu erschließende Öl-Lagerstätten heute deutlich schwieriger zu erreichen, da sie häufig tief unter dem Meeresgrund liegen. In den Anfängen der Erdölgewinnung im späten 19. sowie im 20. Jahrhundert reichten oft wenige Meter tiefe Bohrungen an Land aus, so z.B. bei den großen Ölfeldern in Texas. Inzwischen sind diese leicht zu erschließenden Ölquellen angezapft und teilweise bereits versiegt, so dass neue Felder zugänglich gemacht werden, die einen deutlich höheren Aufwand erfordern. Bei den Offshore-Ölfeldern kommen dabei Förderplattformen zum Einsatz, bei deren Einsatz auch die Risiken und die Kosten der Förderung extrem ansteigen.
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